06.10.2009, 09:30 Uhr | Marion Hodapp | Keine Kommentare »

Fragen im Vorstellungsgespräch

?Viele Bewerber vermuten hinter gewöhnlichen Fragen im Vorstellungsgespräch eine psychologische Falle oder den Versuch, Bewerber in die Enge zu treiben.

Oft wird daher mehr in Fragen interpretiert, als wirklich dahinter steckt. Dabei besteht die Gefahr, dass man nicht wahrheitsgemäß und spontan antwortet, um die vermeintliche Bewerberfalle zu umgehen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Frage nach den Freizeitaktivitäten und Hobbies. In verschiedenen  Bewerbungsratgebern ist zu lesen, dass Sportarten mit hohem Verletzungspotenzial, wie Fußball oder Klettern, vom “Personaler” negativ ausgelegt werden, da mit häufigem krankheits- oder verletzungsbedingtem Ausfall des zukünftigen Arbeitnehmers zu rechnen ist. Andererseits ist Fußball als Mannschaftssport positiv in Sachen Teamfähigkeit zu bewerten. Was soll man als Bewerber also antworten?
Ganz einfach (wie immer): Die Wahrheit. Was haben Sie davon, wenn Sie als Hobby Schach spielen angeben, weil das ungefährlich hinsichtlich der Verleztungsgefahr erscheint und außerdem noch einen intellektuellen Beigeschmack mit sich bringt, und in Wahrheit haben Sie keine Ahnung von Bauern und Springern auf dem karierten Brett? Mit etwas Pech entpuppt sich Ihr Gesprächspartner als Schachexperte und verwickelt Sie in eine Fachsimpelei über die letzte Schach-WM. Genauso sollten Sie Ihre Passion fürs Rugby-Spielen nicht verschweigen, denn das ist ein Teil Ihrer Persönlichkeit.

Immer wieder findet man für die Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch Tipps unter Titeln wie “So überlisten Sie jeden Personaler!” oder “Wie Sie beim Personalchef punkten können”. Ganz besonders interessant wird es bei Artikeln, die sich mit angeblich “typischen Fragen im Vorstellungsgespräch” beschäftigen. Vor kurzem fiel mir ein Text in die Hände, in dem analysiert wurde, was ein Personaler meint, wenn er fragt “Wie viele Katzen leben in Deutschland?” - mal ganz ehrlich: Die “Personaler” sind doch auch nur Menschen. Und solange Sie sich nicht bei der Katzenhilfe Deutschland oder bei einem Tierfutterhersteller bewerben, kann so eine Frage ja nicht ernst gemeint sein.

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